Pfarrei der Zukunft ab 2021 

Die meisten werden es wohl schon erfahren haben: Am 01.01.2021 soll aus dem Dekanat Konz-Saarburg eine sogenannte Pfarrei der Zukunft werden. Hinzu kommen noch die Gemeinden Zerf, Hentern und Greimerath.

Im Zusammenhang mit dieser Reform des Bistums werden in der Presse und durch die Initiative „Kirchengemeinde vor Ort“ immer wieder viele – überwiegend unbegründete – Ängste geschürt.

Ich bin durchaus ein Freund von kritischem Journalismus. Kritischer Journalismus bereichert die Diskussion.

Aber kritischer Journalismus kann nicht bedeuten, einfach kritische Thesen zu übernehmen und zu wiederholen, wenn Kritisches geäußert wird, sondern zu hinterfragen.

In Bezug auf die veröffentlichte Studie der Initiative „Kirchengemeinde vor Ort“ hätte beispielsweise deren Initiator Herr Cronauer auch auf das Faktum hingewiesen werden müssen, dass eine Reduzierung der Kirchengemeinden eben keine Reduzierung des Personals bedeutet. Nirgendwo ist angedacht, dass Seelsorger entlassen werden. Wieso also soll Nähe verloren gehen, wenn die meisten Priester mehr Zeit für die Seelsorge bekommen?

Auch ist nicht geplant, dass alle Seelsorger einer Pfarrei der Zukunft in einem zentralen Haus sitzen und ausschließlich dort erreichbar sind.

Es wird weiter räumliche Zuordnungen von Seelsorgern geben. Mit der Auflösung der Rendanturen rückt sogar ein Teil der Verwaltung näher an die Gemeinden heran. Die Wege werden hier deutlich kürzer.

Besonders Bezug nehmen möchte ich aber auf das wichtige Engagement im Ehrenamt vor Ort. Gerade in der Zeit des Übergangs und in der neuen Pfarrei wird es entscheidend auf das Engagement möglichst vieler ankommen.

Deshalb bittet der Bischof in einem ersten Schritt mit einem persönlichen Brief alle Mitglieder unserer Gremien, das Übergangsmandat bis zum 01.01.2021 anzunehmen und sich auch danach noch weiter zu engagieren. Unter dem Dach der Pfarrei der Zukunft, in der es nach wie vor eine Rätestruktur geben wird die echte Beteiligung an Entscheidungen ermöglicht, gibt es ganz vielfältige Möglichkeiten, um sich für die Kirche vor Ort, d. h. in unseren Gemeinden vor Ort zu organisieren und zu engagieren.

Ich bitte daher schon jetzt ausdrücklich, die Gemeinden und die künftigen Orte von Kirche schon jetzt anzufangen und zu überlegen, wer sie in der synodalen Versammlung vertreten könnte und wen man gerne auch als Kandidaten für den künftigen Rat der Pfarrei aufstellen möchte.

Gerade diese Orte von Kirche können dabei wesentlich vielfältiger sein, als wir das vielleicht auf den ersten Blick sehen. Deshalb bin ich mir sehr sicher: die Kirche und der christliche Glaube hat eine bessere Zukunftsperspektive als die meisten Kritiker es voraussagen. 

Georg Goeres, Pfr.