Pfarreiengemeinschaft  Saarburg

 


Urlaubssouvenir

 

Viele bringen etwas aus dem Urlaub mit nach Hause. Ich habe zum Beispiel einen türkischen Teppich den ich vor fast 40 Jahren bei einer Tramptour tausende Kilometer im Rucksack transportiert habe. Auf dieser Fahrt hatte ich auch keinen Fotoapparat dabei, weil ich mir alle Eindrücke fest in mein Gedächtnis einprägen wollte. So manchen Eindruck kann ich mir bis heute wieder ins Bewusstsein holen.

Diesmal waren die freien Tage ziemlich unspektakulär. Arbeiten zu Hause, ein paar Besuche, keine große Reise, einiges lief auch anders als geplant. Aber es gab doch ein Aha Erlebnis. Ausgerechnet mit einem Bibeltext, den ich bestimmt schon hundertmal gehört oder gelesen hatte. Im Newsletter der Pfarrei Hl. Edith Stein zum 12. Sonntag wurde der Bibeltext vom Seesturm mit der heutigen Kirchensituation in Verbindung gebracht. Die negativen Schlagzeilen reißen nicht ab. Die Kirche gleicht einem schwankenden Schiff. Die Wellen schlagen ins Boot. Viele haben die Nase voll und wollen von Bord. Kirchenaustritt ist die Mode. Die Jünger damals im Boot haben vielleicht nicht nur die Nase voll gehabt. Sie waren verzweifelt, während Jesus hinten im Boot schlief.

Und jetzt kommt es. Egal wie schlecht es den Jüngern ging. Es wäre eine blöde Idee bei Seesturm über Bord zu springen. Allein in der tosenden See. Da sind die Chancen zu überleben noch geringer.

Ob man in dieser stürmischen Zeit für sich alleine, ohne Gemeinschaft den Glauben bewahren kann. Das Bild vom Seesturm spricht dagegen. Für mich ist jedenfalls klar, ich bin lieber auf dem schwankenden Boot mit dem schlafenden Jesus an Bord.

Das will ich mir merken: es ist eine blöde Idee, bei Seesturm von oder über Bord zu gehen.

Es gibt Urlaubsmitbringsel, die muss man nicht ins Regal stellen.

In diesem Sinn wünsche ich allen frohen Urlaub und gute Erholung.

 

Mit frohem Gruß

 Pfarrer Georg Goeres