Ein Lichtstrahl für die Kirche

 

Vielfach wird den Christen in unserer Gesellschaft vorgeworfen, sie würden doch nur noch ein Schattendasein fristen. Und auch die Statistiken im Blick auf die Austrittszahlen und die zahlreichen Skandale durch kirchliche Amtsträger scheinen diesen Kritikern recht zu geben. Die Zahlen der Gottesdienstbesucher und die Zahl derjenigen, die sich in und für die Kirche engagieren, gehen seit Jahren stark zurück. Alles spricht dafür, dass wir als Christen mehr und mehr mit unserem Leben und Zeugnis für unseren Glauben zu Schattengestalten werden. In der Wahrnehmung eines nicht geringen Teils der Gesellschaft sind wir nur noch eine kleine Gruppe mit überkommenen Traditionen, die sich in großen Kirchen einmal in der Woche trifft.

Solche Feststellungen tragen zugegebenermaßen nicht gerade dazu bei, das Selbstbewusstsein derjenigen zu stärken, die von ihrem Glauben überzeugt sind und diesen aktiv leben, indem sie viel Kraft und Zeit in ihre kirchliche Arbeit investieren. Und das, wo doch gerade wir als Christen den Auftrag erhalten haben, „Kinder des Lichts“ zu sein (Eph 5,8), weil Christus selbst für uns durch seine Auferstehung das Licht der Welt geworden ist. Bleiben wir also im Dunkeln sitzen und damit in der Krise des Glaubens und der Kirche oder leben wir aus der Hoffnung auf Licht am Ende des Tunnels?

Nur als „Kinder des Lichts“, d.h. als Menschen, die ihren Glauben auch im Alltag verkünden und so authentische Zeuginnen und Zeugen der Frohen Botschaft sind, können wir auch anderen, der Kirche fernstehenden Menschen die Sinnhaftigkeit des Glaubens plausibel machen und für diese ein strahlendes Licht in ihrer eigenen Glaubenskrise werden.

Die Fastenzeit will zunächst dazu einladen, uns bewusst zu machen, auf welche Weise Christus in unserem Leben ein Licht des Glaubens entfacht. Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, dann kann – bestärkt durch das Geheimnis des Osterfestes – diese Erfahrung öffentlich zur Sprache gebracht werden und Strahlkraft entwickeln. Eine gute Vorbereitung dazu kann sicherlich der Ökumenische Kreuzweg durch die Stadt sein, mit dem wir zeigen, dass das Kreuz als Zeichen zwar anspruchsvoll, aber doch voller Hoffnung ist. An dieser Stelle die herzliche Einladung, sich am 12. April daran zu beteiligen!

Der Lichtstrahl, den das Osterfest mit seiner Botschaft der Freude über die Auferstehung Jesu mit sich bringt, kann uns aus dem Schatten herauslocken. Wie das gelingen kann, darauf können uns die ersten Christen eine Antwort geben. Die Hausgottesdienste, die sie oftmals im kleinen Kreis und voller Angst vor Verfolgung gefeiert haben, haben Andersgläubige fasziniert – manchmal auch irritiert – und damit Strahlkraft entwickelt. Ein Modell, das vielleicht auch und gerade für kleinere Gemeinschaften ein Modell für die Zukunft sein kann. So erfährt im Übrigen die Synode nach und nach ihre Umsetzung. Für die pfarrlichen Gremien findet am 3. April in der Stadthalle Saarburg eine Informationsveranstaltung zur Pfarrei der Zukunft statt, bei der Weihbischof Gebert und Generalvikar von Plettenberg Rede und Antwort stehen. Auch dies ein wichtiger Schritt, weil damit deutlich wird, dass die Pfarrei der Zukunft nur insoweit Strahlkraft entwickelt kann, wie wir selbst es im Vertrauen auf Gottes Wirken in unserer Zeit tun.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen im Namen des gesamten Pastoralteams und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pfarreiengemeinschaft Saarburg eine besinnliche restliche Fastenzeit, die unseren Blick weitet für das Licht Jesu in unserer Zeit sowie ein frohes und gesegnetes Osterfest.

 

Ihr Kaplan

   

Florian Dienhart