Pfarrei der Zukunft 

 

Weihbischof Gebert, Generalvikar von Plettenberg und Domkapitular Nicolay haben am 3. April in der Stadthalle Saarburg die Räte der künftigen Pfarrei über die neue Struktur informiert.

Über 200 Pfarrgemeinderäte und Verwaltungsräte aus den Verbandsgemein-den Saarburg-Kell und Konz sind der Einladung zur Informationsveranstaltung gefolgt. Ebenfalls anwesend waren die Seelsorger der bisherigen Gemeinden.  Dechant Feid begrüßte die Anwesenden. Er stellte fest, dass der Glaube vor Ort gelebt werden müsse. Weihbischof Gebert eröffnete dann die Veranstaltung mit einem Vergleich. Wenn der Pegelstand der großen Flüsse sinkt, dann muss man verstärkt nach Brunnen suchen. So sei es auch mit der Kirche. Wenn der große christliche Strom in unserer Gesellschaft schwächer werde, dann sind die tiefen Quellen umso wichtiger. Eine verschlankte Verwaltungsstruktur soll dabei helfen.

Ausdrücklich richtete der Generalvikar an die Verwaltungsräte die Bitte, als Verwaltungsteams mit Mandat und Budget weiter zu arbeiten. Auch sollen sich weiterhin um die Kirchtürme analog zu den Pfarrgemeinderäten Gruppen bilden, die weiterhin zum Beispiel Gemeindefeste und Fronleichnams-prozessionen im Blick haben. Daneben sind auch viele neue Orte von Kirche möglich. Jede abgesprochene Aktivität einer Gruppe bleibt so u.a. auch unter dem Versicherungsschutz der künftigen Pfarrei.

Unter dem kirchenrechtlichen Dach der Pfarrei der Zukunft ist es dann denkbar, dass engagierte Laien Gemeinden leiten. Nur ein Priester ist – gemeinsam mit einem Leitungsteam aus zwei weiteren Hauptamtlichen und bis zu zwei Ehrenamtlichen – als Pfarrer letztverantwortlich. Die übrigen sind für die Seelsorge freigestellt. Das ist etwas, was eigentlich seit Jahrzehnten gewünscht wurde. Ich selbst bin auch davon überzeugt, dass die neue Struktur viel Freiraum für Eigeninitiativen und Kreativität schafft.

Den Zuhörern war es aber auch wichtig zu erfahren, dass die Zweckbestimmungen von altem Vermögen oder von Aktionen und Festen natürlich erhalten bleiben. Was für ein Kirchengebäude bestimmt ist, bleibt auch für diese Kirchengebäude bzw. die Gemeinde bestehen.

Klar wurde aber auch gesagt, dass es – wenn es in Zukunft weniger Messen geben sollte – dann nichts mit der Umsetzung der Synode zu tun bzw. mit der neuen Struktur zu tun hat, sondern allein damit, dass es einen Zusammenhang zwischen der zurückgehenden Zahl der Priester und der ebenfalls zurückgehenden Zahl der Gläubigen gibt. Domkapitular Nicolay sagte, dass es deshalb die Aufgabe jeder Generation sei, den Glauben so vorzuleben, dass Priesterberufungen und pastorale Berufe gefördert werden.

Am Ende gab es Erläuterungen zum bevorstehenden Anhörungsverfahren der Räte für die neue Struktur. Die grundsätzliche Linie liegt fest und in der Hand des Bischofs. Er hat aber zugesichert, berechtigte Kritik und Verbesserungs-vorschläge zu prüfen und aufzunehmen. Natürlich muss dabei klar sein, dass sich da zusammenhängende Linien aus dem ganzen Bistum ergeben müssen. Insgesamt denke ich, dass die Veranstaltung den Räten geholfen hat, um die Zukunft in den Räten weiter qualifiziert zu diskutieren. Respekt gilt dabei vor allem den Verantwortlichen, die sich in 34 Veranstaltungen den Fragen und Anliegen stellen. Auch die Seelsorger der künftigen Pfarrei gehen die nächsten Schritte. Es hat sich eine Steuerungsgruppe auf Ebene des Dekanates gebildet und die amtierenden Pfarrer haben eine Beratungsklausur in St. Thomas.

Ich halte mich für die weitere Zukunft an das Buch „Momo“ mit dem Beispiel Beppo der Straßenkehrer: Schritt, Besenstrich, Atemzug. Schritt, Besenstrich, Atemzug, usw. ..... Irgendwann ist die ganze Straße gekehrt.Ein Schritt nach dem anderen.  

 

Liebe Gemeinde,

mich fasziniert am Christsein, dass es eigentlich total einfach ist. Christsein ist nichts anderes, als das eigene Leben immer wieder in Gottes Hand zu legen, um von ihm neues Leben zu empfangen. Bei der Taufe wird das Kind in Gottes Hand gelegt und die Eltern erhalten es als Gotteskind zurück. Jesus hat sein Leben ganz in die Hand des Vaters gelegt und erhält von ihm das Licht der Auferstehung. Das Aufregende ist, dass wir im Alltag, heute und jetzt unser Leben in Gottes Hand legen dürfen. Unsere Erlebnisse, unsere Gedanken, die Last der Jahre, die Gebrechen und auch die Krankheit dürfen wir ihm anvertrauen. Er schenkt uns dafür die Osterlichter der Dankbarkeit, der Hoffnung und der Liebe.

Ostern beginnt auf diese Weise immer wieder heute. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen im Namen aller Mitarbeiter frohe und gesegnete Ostern.

 

Mit frohem Gruß

   

Georg Goeres, Pfr.