Gesammeltes zum Advent

Nach dem normalerweise tristen November freuen wir Christen uns immer wieder auf die Adventszeit: Die Zeit, in der wir uns auf das Kommen unseres Herrn Jesus Christus an Weihnachten vorbereiten – innerlich und äußerlich.

Auf der einen, der äußerlichen Seite geraten wir geradezu in Vorbereitungsstress, da wir uns um Adventskränze und - besonders für die Kinder, aber nicht nur - um Adventskalender kümmern, vielleicht den lebendigen Adventskalender besuchen und/oder gestalten, unsere Wohnungen adventlich schmücken und natürlich auch leckere Plätzchen backen, die eigentlich für Weihnachten gedacht sind aber meistens  die erste Hälfte des Advents nicht überleben, so dass eine weitere Backphase eingeleitet werden muss. Hoffentlich sind auch bald alle Weihnachtsgeschenke besorgt, schön verpackt und gut versteckt, so dass nicht noch am Heiligabendmorgen die letzten Einkäufe erledigt werden müssen – gar nicht so abwegig, sieht man an diesem Vormittag die bis auf den letzten Platz belegten Parkhäuser in der Stadt.

Auf der anderen Seite wollen wir uns ruhig und besinnlich auf das Weihnachtsfest vorbereiten. Dazu gehören gemütliche Abende mit leuchtenden Kerzen und stimmungsvoller Musik, das Genießen der selbstgebackenen Weihnachtsplätzchen, das Schlendern über den Weihnachtsmarkt, adventliche Gottesdienste und das feierliche Anzünden der Adventskranzkerzen. Spannung kommt auf, wenn die Tage durch die Türchen der Adventskalender abgezählt werden und man merkt, wie das Weihnachtsfest langsam aber sicher näher rückt ...

Wir sind also quasi unterwegs, unterwegs nach Weihnachten.

Vor 2000 Jahren waren Maria und Josef auch unterwegs: Von Nazareth nach Bethlehem zur Volkszählung. Ich stelle mir vor, dass auch ihre Vorbereitungen zunächst recht stressig waren. Haben wir genug eingepackt: Kleidung, Essen und Trinken, Babysachen für alle Fälle? Josef, kennst Du auch den Weg? Und was ist, Maria, wenn Du den Weg nicht schaffst, schwanger, wie du bist? Und je näher sie nach Bethlehem kamen, desto größer wurde die Spannung: Finden wir eine Herberge? Wann kommt das Baby? Geht alles gut?

Und in den Ruhepausen, die sie mit Sicherheit eingelegt hatten, haben sie sich vielleicht Arm in Arm überlegt, wie ihr Kind, der Sohn Gottes, wohl aussehen mag (wie sieht so ein Sohn Gottes eigentlich aus?), ob er hoffentlich gesund zur Welt kommen wird und bei der Geburt alles klappt, und wie sich ihre gemeinsame Zukunft zu dritt wohl gestalten mag ... Und das ein oder andere Gebet hatten sie mit Sicherheit auch in den Himmel geschickt.

Viele Menschen sind heutzutage unterwegs. Die einen in ihrem alltäglichen Trott, die anderen auf der Flucht. Alle haben ihre stressigen Vorbereitungen getroffen, alle haben ihre besinnlichen Momente, in denen sie von einem guten Ausgang ihrer Reise träumen.  Und wer weiß: vielleicht ist der Sohn Gottes auch dieses Mal mit dabei ...

Im Namen aller Mitarbeiter wünsche ich Ihnen allen eine besinnliche Adventszeit



Georg Goeres, Pfr.