Pfarreiengemeinschaft  Saarburg

 

Rom und die Synodenumsetzung

Liebe Gemeinde,

Sie werden sicher erwarten, dass ich etwas zu der von Rom abgelehnten Gründung von 35 neuen Pfarreien der Zukunft sage. Erste Informationen und Kommentare dazu waren schon in den Nachrichten und der Presse.

Ich selbst habe mir die einstündige Pressekonferenz mit dem Bischof am Samstag angesehen und war am Freitag 4 Stunden auf einer Versammlung der diözesanen Räte in Trier zu dem Thema.

Natürlich kann ich hier nicht alles wiedergeben, was ich in dieser Zeit gehört habe.

Ganz provokant könnte man sagen: Rom setzt auf die biologische Lösung. D.h. der Priestermangel muss erst noch größer werden. Die Synode dagegen hatte versucht, durch die frühzeitige Zusammenfassung der Verwaltung für Seelsorger neue Freiräume für die Seelsorge zu schaffen.

Aber so einfach ist es auch wieder nicht. Die Wirklichkeit ist viel komplizierter. Das werden die merken, die jetzt jubeln aber auch die, die zunächst furchtbar enttäuscht oder zumindest ernüchtert sind.

Also wer gejubelt hat, wird ernüchtert sein, wenn er wahrnimmt, dass Rom 880 Pfarreien tatsächlich für zu viel hält. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass es doch zu Aufhebungen und Neugründungen von Pfarreien kommt. 

Aus einer Vielzahl neu gegründeter Pfarreien könnten dann 35 pastorale Räume mit einer neuen Pfarreiengemeinschaft gegründet werden.  Die zunächst Enttäuschten könnten hier Hoffnung für eine verbindlichere Zusammenarbeit und Raum für neue Orte von Kirche sehen. Außerdem wird deutlich, dass Pfarreien auch von Laien geleitet werden können, wenn ein anderer Pfarrer die Grundverantwortung übernimmt. Darüber hinaus wird das Mitspracherecht der Laien in Vermögensfragen von Rom ausdrücklich anerkannt. Die pastoralen Räte können den Pfarrer zwar nicht binden, aber Rom sagt ausdrücklich, dass der Pfarrer nicht ohne schwerwiegenden Grund gegen den Rat handeln soll. Das ist einfach eine Methode, die Sache von zwei Seiten zu beschreiben und es gilt immer, beide Seiten zu nennen

Die Entscheidung aus Rom ist ganz sicher kein Weltuntergang, aber ganz sicher auch nicht das Signal, dass alles bleibt wie es ist.

Es wird sicher noch viele Diskussionen und Unsicherheiten geben.

Die entscheidende Frage ist, wie bringt man das mit dem Evangelium zusammen? Und darum sollte es ja auch eigentlich gehen. Ich habe mir das Evangelium vom zwölften Sonntag (Mt 10,26-33) unter dem Eindruck der aktuellen Ereignisse nochmal angesehen.

Ganz passend heißt das Thema: Fürchtet euch nicht. Die Haare auf eurem Kopf sind gezählt. Also ganz grundsätzlich, wir liegen in Gottes Hand und deshalb wird es weitergehen. Vielleicht mühsam und holprig - aber es wird weitergehen.

Allerdings gibt es wohl doch eine Bedingung. Im Evangelium ist es das Bekenntnis zu Christus. Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.

Das Bekenntnis zu Christus ist das, was uns verbindet und zur Kirche macht. Bei aller Unterschiedlichkeit und mitunter entgegen gesetzten Meinungen mit dem Bekenntnis zu Christus, wahren wir die grundlegende Einheit. Untereinander, mit dem Bischof und mit Rom.

Das ist unserem Bischof sehr wichtig. Er sagt ganz deutlich, zur Redlichkeit gehört, dass Differenzen nicht verdeckt werden und trotzdem die Verbundenheit gewahrt bleibt.

Wenn einer sich trennt, weil die Realität zu komplex ist, weil es auch in der Kirche nicht nur die einfachen Lösungen gibt, dann ist das geistlich gesehen hochgefährlich. Das Evangelium sagt tatsächlich, dass man sich fürchten soll.

Halten wir uns also gemeinsam an das Bekenntnis zu Christus in dem festen Vertrauen, dass er unsere Wege begleitet, auch wenn diese Wege - oder Umwege - manchmal länger sind, als wir erwartet haben. 


Pfr. Georg Goeres